Ein Interview mit der Schülerin Cara Hobohm

Cara, du spielst in der Welt des Schwarzen Auges mit. Magst du deinen Charakter vielleicht kurz vorstellen?

Ich bin Mura, eine horasische Entdeckerin. Die Horasier sind eine Kultur, die für die Maßstäbe dieser Welt sehr weit entwickelt ist. Daher sehen sie die übrigen Reiche auch als Hinterland an. Doch Mura treibt vor allem die Neugier an und die Suche nach der vergessenen Stadt der Echsenmenschen, die vor vielen Jahren selbst einmal eine Hochkultur war. Sie hat sich deshalb der Gruppe angeschlossen und auch, um nicht allein reisen zu müssen. *lacht* Zur Zeit hat sie jedoch das Gefühl, dass sie sich unzivilisierte Barbaren als Gefährten ausgesucht hat, die noch einiges zu lernen haben.

Cara Hobohm

Du bistschon für ein paar Spieltage dabei gewesen. Was hat dich dazu bewegt bei unserem Projekt mitzumachen?

Ich hatte schon einmal bei einer Rollenspielrunde mitgemacht. Das war jedoch nur einmal und ich konnte mir nicht wirklich was darunter vorstellen. Dann hatte mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht Lust auf die neue AG in unserer Schule hätte und ich habe mir gedacht: Warum nicht?

Was hattest du für Erwartungen?

Ich hatte zunächst ein wenig Bedenken, dass es sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde, da ich weiß, dass es sehr viele Regeln geben kann. Und die alle zu lernen ist bestimmt nicht einfach. Natürlich wollte ich auch viel über die Welt und das dazugehörige System lernen.

Wie stehst du jetzt dazu?

Es macht sehr viel Spaß und in der Woche ist es nach der Schule mein persönlicher Höhepunkt, auf den ich mich immer freue. Und die Regeln waren nicht so schwer zu lernen.

Was begeistert dich denn besonders am Rollenspiel?

Es gibt viele witzige Momente, die man erleben kann. Wir lachen sehr oft in der Runde. Aber es gibt auch dramatische Momente, bei denen es ernster zugeht. Auf jeden Fall kann man auch immer kreativ sein, um Lösungen zu finden. Und vor allem kann ich Dinge tun, die ich sonst nicht tun würde.

Und gibt es Dinge die dir besonders schwer fallen?

Ja, es ist nicht einfach spontan auf Situationen zu reagieren. Dazu gehört beispielweise auch das Sprechen mit NSCs (Nicht-Spieler-Charakteren). Natürlich hat jeder einen Wert, wie gut er andere überreden kann, aber manchmal müssen wir auch ein Gespräch mit dem Spielleiter ausspielen. Und da muss man aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen falsch ausdrückt. Zudem muss man sich auch in die anderen Charaktere hineinversetzen können, um nicht unpassend zu reagieren.

Was denkst du bringt dir Rollenspiel persönlich?

Also gerade weil man so viel mit anderen Charakteren reden muss, kann ich mir vorstellen, dass ich irgendwann mal viel besser diskutieren kann als vorher. Außerdem kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Der sind ja keine Grenzen gesetzt.

Zum Thema unpassend reagieren. Gewalt ist in Rollenspiel auch vorhanden. Wie siehst du das? Ist es notwendig und gibt es Grenzen?

Ich denke schon, dass Gewalt dazu gehört. Es würde sonst wahrscheinlich künstlich wirken, wenn es sei nicht gäbe, gerade in einer mittelalterlichen Welt. Und außerdem ist es nicht so schlimm, wenn so etwas passiert, weil es zwar Konsequenzen für unsere Charaktere aber nicht für mich persönlich hat. Das ist einfach komplett von der Realität entkoppelt. Trotzdem würde mein Charakter nie foltern oder einfach so Kinder umbringen.

Bist du denn auch im nächsten Halbjahr dabei?

Auf jeden Fall!

Das Interview führte Teresa Fritsch

Comments are closed.